Die „Rennbahn am Grindelberg“, in Nähe des heutigen Univiertels in Hamburg, war eine der deutschlandweit bedeutendsten Radrennbahnen um 1900. Bereits 1885 eröffnet, beflügelte sie das Radfahren und den Radsport in der Hansestadt. Anfangs fanden dort spektakuläre Rennen auf Hoch- und Dreirädern statt. Ab 1897 folgte der „Große Preis von Hamburg“, an dem große Radsportstars wie Willy Arend und August Lehr teilnahmen und der zahlreiche Zuschauer:innen anlockte. Um die Jahrhunderwende setzen sich auch am Grindelberg Steherrennen hinter Motorführung auf einer Distanz von bis zu 100 Kilometern durch. Aufgrund wirtschaftlicher Probleme suchten die Betreiber der Bahn nach weiteren Attraktionen und Einnahmequellen und veranstalteten u. a. „Indianer-Schauspiele“ und Fußballspiele im Innenraum. 1906 endete de Betrieb und im folgenden Jahr wurde die Anlage abgetragen.

 

Das Buch wird die Geschichte der Grindelbergbahn erzählen und dabei sowohl den Sport als auch die Reaktionen des Publikums in den Blick nehmen. Zahlreiche bisher unveöffentliche Fotografien vom Unternehmer Robert Wiesenhavern werden seltene Einblicke in das Geschehen einer Radrennbahn um 1900 geben.

 

 

Lars Amenda, Grindelbergbahn. Radsport und Gesellschaft in Hamburg 1885-1906, Hamburg: netzwerk fahrrad/geschichte, August 2022 (Velodrom. Schriften zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 3, ca. 130 S., 21x21 cm, Hardcover, zahreiche Abbildungen, ca. 19,80 EUR, 978-3-949139-07-9-

 

 

Der ABC – der Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 – hat buchstäblich Fahrradgeschichte geschrieben. Vor genau 150 Jahren gründeten einige Pioniere den Eimsbütteler Velocipeden-Reit-Club, aus dem später der ABC hervorging. Die Velozipedisten ritten auf ihren unhandlichen „Knochenschüttlern“ wacker in die Zukunft der individuellen Mobilität und mussten manch Unbill und Gespött ertragen. Der 1881 neu formierte ABC nahm mit dem Hochrad neuen Schwung auf und etablierte sich als Wegbereiter des Radfahrens und Radsports. Im Zuge des großen Fahrradbooms der Jahrhundertwende verlegte sich der Club aufs Tourenfahren und betätigte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts als erfolgreicher Radballverein. 2013 gründeten einige Fahrrad-Enthusiasten den ABC neu, nachdem dieser einige Jahre zuvor eingeschlafen war.

Das reich bebilderte Jubiläumsbuch erzählt die Geschichte des Clubs und veranschaulicht sie mit Anekdoten und biografischen Informationen. Lokal- und fahrradhistorisch Interessierte werden auf unbekannte Aspekte und aufschlussreiche Quellen stoßen. Aufgrund der bedeutenden Rolle des Clubs werden auch Leserinnen und Leser außerhalb der Grenzen der Hansestadt viel Neues erfahren. Das umfangreiche und beeindruckende Bildmaterial dokumentiert die historische Entwicklung.

Lars Amenda, Altonaer Bicycle-Club von 1869/80. Ein Verein schreibt Fahrradgeschichte, hrsg. vom Altonaer Bicycle-Club von 1869/80, Hamburg 2019 (ABC-Forschungen zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 1), 216 S., mit 164 Abbildungen (davon viele in Farbe), Hardcover, Format: 29,5x21,5 cm, 24,80 EUR, ISBN 978-3-00-062242-7.

 Zu beziehen über den Buchhandel oder direkt über den ABC (in diesem Fall plus 3,00 EUR Versandgebühr) – Bestellungen bitte an: lars@altonaer-bicycle-club.de

 Das Buch entstand mit Unterstützung des Bezirksamts Altona 

und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.

 

Cover-Foto: ABC / SHMH-Altonaer Museum

 

 

Die Ufa produzierte 1932 den Tonfilm Strich durch die Rechnung mit Tony van Eyck und Heinz Rühmann in den Hauptrollen. Der Film handelt von einer Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines nahenden Radrennens, eines Steherrennens, dessen Ausgang manipuliert werden soll. Doch dann nehmen die Dinge ihren Lauf. 

Das Buch erzählt erstmals ausführlich die Geschichte des erfolgreichen Films, von dem auch eine französische Version entstand (Rivaux de Ia Piste). Informiert wird über die literarische Vorlage, die Dreharbeiten auf der Radrennbahn Forst (Lausitz), die Reaktionen und Kritik und über nationale und internationale Vorführungen. Die Perspektive vereint Filmgeschichte mit Radsport- und Forster Lokalgeschichte und gibt  neue Einblicke in einen lange verschollenen Film.

 

 

Lars Amenda, Strich durch die Rechnung. 

Der Ufa-Film mit Heinz Rühmann und die Radrennbahn Forst (Lausitz)

Hamburg 2020 (Velodrom. Schriften zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 1), 112 S., zahlreiche Abbildungen, Hardcover, Format 17×24 cm, 

14,00 EUR, ISBN 978-3-949139-00-0.

 

 

Emil Naucke gehörte Ende des 19. Jahrhunderts zu den bekanntesten Unterhaltungskünstlern in St. Pauli und ganz Deutschland. 1855 auf der Insel Poel bei Wismar geboren, ging er 1873 nach Hamburg und machte sich anschließend als Berufsringer, Artist und später als Komiker einen Namen. Als „Colossalmensch“, mit bis zu 230 kg Gewicht, tourte er in Europa und Nordamerika. 1896 eröffnete er am Spiel­budenplatz sein eigenes Varieté. Ab 1898 parodierte Naucke als „schwerster Radfahrer der Welt“ die grassierende Fahrradmode der Jahrhundert-wende. 

Das reich bebilderte Buch erzählt erstmals ausführlich das Leben und Wirken Emil Nauckes und dokumentiert seine bedeutende Rolle für die Vergnügungskultur in St. Pauli und andernorts. Viele bislang unbekannte Quellen und Abbildungen ermöglichen neue Einblicke in den Humor und die Gesellschaft um 1900. Emil Naucke, heute weitgehend vergessen, unterhielt und amüsierte ein sehr großes Publikum – und hielt ihm bisweilen einen Spiegel vor. Die Naucke-Biografie ist im Buchhandel erhältlich und kann direkt im St. Pauli-Archiv (Paul-Roosen-Str. 30, 22767 Hamburg) oder über das netzwerk fahrrad/geschichte (E-Mail: n.fg@gmx.net, Tel.: 040/33310288) erworben werden.

Lars Amenda: „Der schwerste Radfahrer der Welt!“ Emil Naucke und die Unterhaltungskultur im späten 19. Jahrhundert, hrsg. vom St. Pauli-Archiv, Hamburg März 2021 

(Velodrom. Schriften zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 2), 96 S., mit 51 Abbildungen, Softcover, 21x21cm, 11.80 EUR, ISBN 978-3-949139-03-1

Gedruckt mit Unterstützung der Kurverwaltung St. Pauli und dem Verfügungsfonds des Quartiersbeirat St. Pauli.

 

 

Das Buch erzählt erstmals ausführlich die reiche und spannende Geschichte des Radfahrens und Radsports im hohen Norden Deutschlands. Das Hochrad führte ab 1883 in Flensburg zu einem ersten Aufschwung, an dem sich ausnahmslos Männer aus dem städtischen Bürgertum beteiligten. Das moderne Niederrad mitsamt Luftreifen entfesselte dann um die Jahrhundert-wende auch an der Förde einen regelrechten Boom. Zwei Flensburger Fahrradhersteller, Alemannia und Cimbria, fertigten vor Ort und profitierten davon, dass sich immer mehr Menschen ein eigenes Fahrrad kaufen konnten und wollten.

Das aufwändig gestaltete Buch informiert über die wegweisenden Flensburger Pioniere vom Flensburger Radfahrer-Verein von 1884, über den populären Radsport mit seinen Rennen und der Rennbahn, die einheimischen Produzenten und Händler sowie über das Radfahren im Alltag und in der Freizeit. Die Studie berücksichtigt regelmäßig das deutsch-dänische Verhältnis, berichtet über die ambivalente Förderung des Radverkehrs während der NS-Zeit und schließlich über den Niedergang des Fahrrads und Radsports in der Nachkriegszeit aufgrund des zunehmenden Autoverkehrs. Zahlreiche Abbildungen geben bislang unbekannte Einblicke in die Flensburger Fahrradgeschichte.

 

Lars Amenda, unter Mitarbeit von Gert Nissen, Das Fahrrad im Norden. 

Flensburg und Umgebung von 1869 bis heute, Flensburg September 2021

(Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Bd. 87), 

200 S., 159 Abbildungen, Format 29,5x21,5 cm, 18.90 EUR, 

ISBN 978-925856-87-7.

 

 

 

Harro Feddersen (1835-1917) gehörte ab 1869 zu den führenden Fahrradpionieren in Hamburg und Norddeutschland. Er gründete mit dem Eimsbütteler Velocipden-Reit-Club im jenen Jahr einen der ersten Velozipeden-Vereine, aus dem ein Jahrzehnt später der Altonaer Bicycle-Club von 1869/80 hervorging. Darüber hinaus wirkte der umtriebige Harro Feddersen bei der Gründung des Deutschen Radfahrer-Bundes mit und verkaufte fast ein halbes Jahrhundert Fahrräder in seinem Geschäft in der Palmaille in Altona. Stolz und werbewirksam bezeichnete er diese als „Erste und älteste Fahrrad-Handlung Deutschlands!“. 

Harro Feddersens Leben und Wirken stellt eine aufschlussreiche „Mikrohistorie“ der Fahrrad-geschichte dar. Das Buch erzählt erstmals ausführlich diese Geschichte, dieses Kapitel der Altonaer und Hamburger Stadtgeschichte. Nicht zuletzt wird neben dem Fahrradaktivisten auch der humorvolle Mensch Harro Feddersen porträtiert.

 

 

Lars Amenda, Harro Feddersen. Fahrradpionier und Fahrradhändler, hrsg. vom Altonaer Bicycle-Club von 1869/80, Hamburg: netzwerk fahrrad/geschichte, März 2022 (ABC-Forschungen zur Fahrrad- und Radsportgeschichte, Bd. 3), 95 S., 49 Abb., Soft­cover, 15x21 cm, 9,80 EUR, ISBN 978-3-949139-06-2.

 

 

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